Leichte-Bilder-Sprache mit Simone Fass

Shownotes

Leichte Sprache schafft barriereärmere Zugänge. Aber gibt es das auch für Bilder? Darüber spreche ich in der neuen Episode mit Simone Fass.

Simone Fass ist die Visuelle Übersetzerin ®. Sie hat Illustration und Grafikdesign studiert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig mit einem Diplom 2007. Nach ihrem Studium, das künstlerisch-handwerklich orientiert war, hat sie sich auf barrierefreie visuelle Kommunikation spezialisiert. Wie eine Dolmetscherin übersetzt sie Texte und Gesprochenes in Leichte Bilder und eröffnet so neue Zugänge zu komplexen Inhalten. Mit ihren Illustrationen setzt sie sich seit über 15 Jahren für Barrierefreiheit und Teilhabe ein. Ihre Auftraggeber kommen aus Regierungen, innovativen sozialen und inklusiven Projekten, Bildungsinstitutionen und Hochschulen. Ob ausgeklügelte Grafiken oder live gezeichnet, sie macht Unsichtbares sichtbar und zeigt, wie schön UND effektiv visuelle Reduktion sein kann für verschiedene Zielgruppen. Am liebsten gestaltet sie ihre Bilder im partizipativen Prozess direkt mit Auftraggebenden und zukünftigen Nutzer:innen.

💌 Anregungen und Hinweise gerne an potluckderperspektiven@posteo.de.

Unterstützt wird der Podcast vom WissKomm-Kolleg - eine Initiative der Alfred Toepfer Stiftung und Claussen-Simon-Stiftung

Gemeinsam für eine inklusivere und gerechtere Wissenschaftskommunikation!

Design: Christina Zhu

Jingle: Matthias „Koschi“ Koschnitzke

Links zur Episode

Kontakte: www.simonefass.de

info@simonefass.de

Instagram: @visuelle.uebersetzerin

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/visuelle%C3%BCbersetzerin/

Bild Credits: Christian Döller

Literatur:

https://www.dinmedia.de/de/technische-regel/din-spec-33429/387728031 https://www.utb.de/doi/10.36198/9783838563077 https://www.frank-timme.de/de/programm/produkt/mit_typografie_und_bild_barrierefrei_kommunizieren https://www.frank-timme.de/de/programm/produkt/handbuch_barrierefreie_kommunikation https://www.frank-timme.de/de/programm/produkt/leichte_sprache-kein_regelwerk

https://www.menschzuerst.de/ https://www.haymarketbooks.org/books/2519-we-are-each-other-s-liberation https://www.netzwerk-leichte-sprache.de/ls/ https://sinsinvalid.org/

https://wisskomm-kolleg.de/

Transkript anzeigen

00:00:00: Sprecher 1 Also, für mich bedeutet leichte Sprache und leichte Bilder, leichte Kommunikation, ist das 'n unglaublicher Motor für mehr Gerechtigkeit mit Teilhabe von marginalisierten Gruppen. So. Ist 'n großer wichtiger Bestandteil, weil ohne einfache Kommunikation nimmt man halt nicht alle Leute mit. Ne? Sind ein Teil der Leute einfach ausgeschlossen. Leichte Bilder unterstützen Menschen dabei, autonom Informationen wahrzunehmen und zu verarbeiten. und daraus was zu machen. Also, es geht um diese Selbstständigkeit, andere Menschen dazu befähigen, selbständig im Leben sich zu bewegen und dahin zu kommen, wo sie hinwollen.

00:00:42: Sprecher 2 Hi und herzlich willkommen zu 'Potluck der Perspektiven', einem Podcast über inklusive Wissenschaftskommunikation. Ich bin Zhu und komme hier mit Menschen zusammen, die zu Wissenschaftskommunikation forschen oder die Wissenschaft kommunizieren. Ob in der Kommunikationsabteilung einer Universität, im wissenschaftsjournalistischen Artikeln, auf der Bühne oder im Museum. Und ich spreche hier mit Menschen, die abseits von Wissenschaftskommunikation zu den Themen Inklusion, Gerechtigkeit und barrierearme Räume arbeiten. Gemeinsam wollen wir darauf schauen, wie wir die Wissenschaftskommunikation inklusiver gestalten können. In dieser Episode spreche ich mit Simone Fass über leichte Bildersprache.

00:01:35: Sprecher 2 Simone ist visuelle Übersetzerin, wie sie selber sagt, und hat Illustration und Grafikdesign studiert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und arbeitet jetzt unter anderem mit Leichter Bildersprache.

00:01:48: Sprecher 2 Leichte Bildersprache ist angelehnt an die Leichte Sprache, die einige von euch vielleicht schon kennen.

00:01:55: Sprecher 2 Leichte Sprache möchte komplexe Inhalte auf eine Weise vereinfachen, sodass sie für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Sprachbarrieren zugänglich und damit verständlich werden.

00:02:06: Sprecher 2 Entstanden ist sie aus der Behindertenbewegung. Da gehe ich später in der Folge auch nochmal näher drauf ein. In der Podcastfolge erzählt Simone, wie sie durch ein Negativbeispiel einer Visualisierung auf leichte Bilder gekommen ist und wie sie sich in das Gebiet eingearbeitet hat. Wir gehen auch darauf ein, wieso es eigentlich so wenig Literatur zu leichte Bilder gibt und Simone erzählt von ihrer Arbeit, wie sie Texte in leichte Bilder übersetzt. Und sie berichtet auch darüber, wie sie mit einer eigenen Forschungsgruppe Co-Kreation mit Zielgruppen ermöglicht.

00:02:41: Sprecher 2 Am Ende der Folge frage ich Sie außerdem zu Herausforderungen Ihrer Branche mit Blick auf die Zukunft auch vor dem Hintergrund von künstlicher Intelligenz und Simone gibt dabei einen spannenden Blick auf das, was KI nicht kann, aber für Visualisierung unabdingbar ist.

00:03:00: Sprecher 2 Es ist ein spannendes Gespräch und ich bin froh, dass wir uns den Raum genommen haben, um über ein Thema zu sprechen, das irgendwie oft als Add-on betrachtet wird und nicht als das, was es eigentlich ist, nämlich ein wichtiges Element der Kommunikation. Und jetzt ganz viel Spaß beim Zuhören.

00:03:36: Sprecher 2 Vielleicht steig ich auch noch mal damit ein, wie ich eigentlich auf dich aufmerksam geworden bin.

00:03:40: Sprecher 2 So, ich weiß gar nicht, ob ich das nämlich erzählt hatte, und zwar hab ich deinen Namen gefunden über einen LinkedIn Post beziehungsweise über die Kommentarspalte oder von dem LinkedIn Post von David Ohse. Ich weiß gar nicht, ob ihr beide euch auch kennt.

00:03:56: Sprecher 1 Nee, wir kennen uns nicht, es ist soziales Netzwerk, halt nee, ich kenn den nicht persönlich, nee.

00:04:02: Sprecher 2 Genau, David ist, ich sag mal 'n Mitstreiter aus dem WissKomm-Kolleg.

00:04:06: Sprecher 2 Das ist ja diese Initiative von der Klaus und Simon Stiftung und Alfred Töpfer Stiftung und wir waren beide im ersten Jahrgang quasi und beim Alumni-Treffen, wo auch Jahrgang 2 dann dabei war, hat David einen Visualisierungsworkshop gemacht und dazu eben dann auch 'nen LinkedIn Post quasi als Follow-up und genau da wurdest du nämlich dann erwähnt von einer anderen Person und ich hab erstmal direkt auf dein Profil geklickt und das

00:04:30: Sprecher 2 ausgiebig studiert und hab mich total gefreut, dass du eben da auch ja die Themen Barrierefreiheit und Teilhabe benannt hast und dann hab ich auch gesehen, dass du es in deiner Arbeit fokussierst oder beziehungsweise zentrierst und genau, da war für mich schon klar, ich muss mich unbedingt mit Simone erstmal vernetzen und hoffe, dass Simone ja sagt, um mit mir im Podcast über das Thema zu sprechen und genau, du sagst selber auch auf Social Media oder nennst du dich visuelle

00:04:59: Sprecher 2 Übersetzerin, was ich super spannend finde und wenn ich es richtig weiß, hast du ja Illustration und Grafikdesign studiert in Leipzig, ne? An der Hochschule für Grafik und Buchkunst und dich danach dann auch mit barrierefreier visueller Kommunikation auseinandergesetzt und dich darauf spezialisiert und genau bis da dann quasi jetzt irgendwie so 'n bisschen, ja, wie so 'ne Dolmetscherinfunktion, wenn ich das richtig wahrgenommen hab, ne? Zwischen dem, ja,

00:05:28: Sprecher 2 Medium Text und quasi Visualisierung und dieser Podcast hier dreht sich ja mainly eigentlich um dieses Thema Wissenschaftskommunikation, da in dem Bereich bist du ja auch unterwegs und für mich persönlich hab ich nämlich dann auch in der Vorbereitung gemerkt, irgendwie Visualisierung ist so 'n wichtiges Element für mich persönlich auch beim Verstehen und hilft mir einfach so als riesig große Stütze und ich weiß aber auch oder aus anderen Bereichen,

00:05:57: Sprecher 2 wo ich eben auch ja in Magazinen unterwegs bin, dass Visualisierung manchmal nicht so die gleiche aufmerksam bekommt wie zum Beispiel ein Text oder so, obwohl die Visualisierung auch super wichtig ist und relevant und deswegen freue ich mich heute, dass wir eine ganze Folge quasi dem Thema widmen können.

00:06:13: Sprecher 1 Vor allen Dingen ist es auch eine Herausforderung, einen Podcast über Visualisierung zu machen, wo man jetzt halt nichts sehen kann.

00:06:20: Sprecher 2 Ja genau, da folgt ja bestimmt eine lange Liste an Links. Ja, genau, vielleicht starten wir einfach mal mit dem Einstieg, wie du zur Visualisierung gekommen bist. Das würde mich auch total interessieren.

00:06:36: Sprecher 2 Gab es da irgendwie 'n Moment, der dir gezeigt hat, wie wichtig visuelle Zugänge sind oder wie bist du eigentlich ja zu dem Themenbereich gekommen?

00:06:46: Sprecher 1 Mhm, also ich glaub, ich würd erst mal anfangen, noch mal mit dem mit der Bezeichnung, die ich mir selber gegeben hab, also die visuelle Übersetzerin.

00:06:55: Sprecher 1 Also du hast es eigentlich schon total richtig gesagt, also es geht wirklich darum, Wörter in Bilder zu übersetzen, zu übertragen, also so eine Brücke zu bilden. Ich mache jetzt gerade so einen Arm in Form einer Brücke.

00:07:10: Sprecher 1 Ich sehe mich so dazwischen zwischen Leuten, die halt eher Wort, also die Worte geschrieben oder gesprochen benutzen und ich übersetze das in Bilder, damit dieser Transfer stattfinden kann, damit die Information, die hinter den Worten steckt, dank der Bilder besser übertragen werden kann.

00:07:30: Sprecher 1 Also die Information sozusagen an die richtige Zielgruppe, an die richtigen Leute kommt und verarbeitet werden kann und weiter damit umgegangen werden kann. Genau.

00:07:41: Sprecher 1 Und wie ich dazu gekommen bin, also das Studium an der HGB Leipzig, also Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, hat war künstlerisch herausfordernd, da lernt man halt Handwerk, künstlerisches Handwerk.

00:07:57: Sprecher 1 Es geht aber vor allen Dingen um, ich würde jetzt mal sagen, im Bereich Illustration, vor allen Dingen um Kinderbuch, die Spezialisierung im Bereich Visualisierung und speziell jetzt Barrierefreiheit und Visualisierung, die kam erst nach dem Studium.

00:08:18: Sprecher 1 In dem also ja also bei basierend auf einem Grundinteresse, ich hab immer gerne dokumentarisch gezeichnet, also wahre Geschichten erzählt, die es wirklich gibt.

00:08:30: Sprecher 1 So und mich haben immer Graphic Novels basierend auf wahren Geschichten total fasziniert.

00:08:36: Sprecher 1 Ich hab einfach damit angefangen, erstmal Kultur zu dokumentieren, Kulturleben in Leipzig, das war ein dreijähriges Projekt mit Partnern, wo wir das ganze Kulturleben

00:08:47: Sprecher 1 nicht nein, nicht das Ganze, aber ausgewählte ausgewählte Kulturereignisse in Leipzig dokumentiert haben und visualisiert haben in Form von Illustrationen.

00:08:59: Sprecher 1 Also da war gar nicht viel Text dabei, wir haben einfach nur illustriert und das lief erstaunlich lange, also dafür, dass es nicht bezahlt wurde.

00:09:08: Sprecher 1 Wir haben am Ende dann zwar immer freien Eintritt gekriegt, also wir waren dann offiziell Journalistinnen.

00:09:15: Sprecher 1 Es war auch ein toller Erfolg und wir hatten auch eine kleine Aufstellung am Schluss, aber es brachte natürlich keine Kohle und dann habe ich wollte ich aber und dann wollte ich das gleiche weitermachen und habe überlegt, wie wie die wie diese gleiche Sinnhaftigkeit, wie diese Gleichtätigkeit, wo sie noch mehr Sinn macht, wo sie auch Leuten wirklich was bringt und vor allen Dingen, wo ich auch Geld damit verdienen kann.

00:09:37: Sprecher 1 Aber ich hatte wirklich keine Lust, irgendwas anderes zu machen und dann

00:09:42: Sprecher 1 ganz wissenschaftlich geforscht und Umfragen gemacht, also hab viel telefoniert, rumgefragt mit der Unterstützung der Uni Leipzig, da gab es so ein Gründungen, Gründerunterstützung und ja, durch diese Umfragen bin ich dann erstmal im Unternehmenskontext gelandet, also wo Unternehmenscoaching, Beratung, Training, es sind ja auch also Bildungsveranstaltungen für Organisationen, Trainings für Teams, für Führungskräfte, für ja sowas, also wo Teams miteinander sprechen müssen und gut funktionieren müssen miteinander. So und da ist ja Kommunikation auch Basisgrundstein.

00:10:26: Sprecher 1 So genau und das hab ich zuerst gemacht und das war auch ziemlich gut, weil das uns ja, also was das Honorar betrifft, eigentlich ein ziemlich guter Einstieg ist, ist ja eher gut bezahlt.

00:10:40: Sprecher 1 Und dann ist nach 23 Jahren so die Spezialisierung auch so reingerutscht, sag ich mal, weil ich also ich find das Thema Didaktik total spannend und dann, wie man sozusagen, ja, also den Lernenden ein Format entwickeln kann, kann das den Lernenden am besten angepasst ist, also wie können sie sozusagen Stoff, Lernstoff am besten aufnehmen, welche didaktischen Methoden, Materialien und so weiter gibt es und und das auf so einfache Weise wie möglich.

00:11:21: Sprecher 1 Und zudem habe ich minimalistischen Stil und da bin ich, glaube ich, wirklich total durch Zufall auf einen Leichte Sprache Text gestoßen, der extrem schlecht gestaltet war, was überhaupt nicht verwunderlich war, weil das. Das ist jetzt, keine Ahnung, 13 Jahre her oder so und das hat mich total angefixt.

00:11:45: Sprecher 1 Also zuerst einmal, also eigentlich mehrere Dinge gleichzeitig, erstmal die Sprache.

00:11:51: Sprecher 1 Ich bin sehr sprachaffin, weil ich glaube, Sprache ist 'n unglaubliches, aber auch sehr eher unbewusstes Werkzeug für, na ja, Kommunikation sowieso, aber auch Vermittlung von Informationen und aber viele merken das gar nicht so und die Sprache, also das war wirklich, waren vielleicht 2 Seiten, kein großes Dokument und nein, dieses Dokument war so, machte die Dinge so auf den Punkt und war so klar geschrieben, das hat mich halt total angefixt und fasziniert und dann war da aber so der Widerspruch in dieser schlechten Gestaltung, die halt so abgeranzt war, so.

00:12:37: Sprecher 1 wie sagt man, also überhaupt nicht so, also überhaupt nicht passt überhaupt nicht zu diesem wertvollen, mir fällt das Wort nicht ein, also benachteiligt, irgendwie die grafische Gestaltung hat überhaupt nicht das unterstützt, was in dieser, was für eine Kraft in dieser Sprache stand und das und dann habe ich mich gefragt, welche Leute lesen diese Texte, welche Leute brauchen diese Texte, wieso gibt es diese Texte überhaupt und und hab mich dann noch mehr gewundert, als ich das dann herausgefunden habe, hä, wieso ist denn dann so schlecht gestaltet, weil die Zielgruppe braucht das ja eigentlich total dringend und dann muss doch verdammt noch mal auch die Gestaltung angepasst werden, weil das ist ja der erste Zugang sozusagen.

00:13:25: Sprecher 1 Mhm, das war eigentlich so der Ausgangspunkt. Ja, ganz einfach.

00:13:29: Sprecher 1 Und dann hab ich einfach recherchiert, recherchiert, recherchiert und war ganz, ganz schnell auch so ein Kontakt mit verschiedenen Leuten, die Leichte Sprache machen.

00:13:38: Sprecher 1 Ich war auf Messen unterwegs, hab erste Projekte gemacht und bin ganz schnell in Kontakt gekommen mit Menschen, die sozusagen zur Ziel ersten Zielgruppe gehören für Leichte Sprache und hab eigentlich sehr, sehr schnell dann mit Projekte gehabt, wo ich die da mit eingebunden hab, um Bilder zu schaffen.

00:14:03: Sprecher 1 Also sozusagen in den in den Gestaltungsprozess mit eingebunden.

00:14:07: Sprecher 1 Und Leichte Sprache ist für mich also dieser gesellschaftliche, diese gesellschaftliche Wichtigkeit ist für mich total relevant, weil nur dadurch wirklich auch Gerechtigkeit und Teilhabe halt überhaupt stattfinden kann, ne.

00:14:24: Sprecher 1 Kommunikation muss halt sein Grundbaustein dafür, dass Leute teilhaben können und für mich ist es zudem aber auch ein persönliches Ding.

00:14:34: Sprecher 1 Ich finde Leichte Sprache ist auch ein unglaublich tolles Werkzeug, um Dinge zu verstehen.

00:14:39: Sprecher 1 Also ich nutze Leichte Sprache auch als Werkzeug, um Texte zu analysieren zum Beispiel oder wenn ich live zeichne, um Leute zu verstehen, also es ist irgendwie so eine Brille oder wie so ein Filter, den ich aufsetze, okay, wie würde ich das jetzt in Leichte Sprache ausdrücken, damit ich ein Bild zeichnen kann.

00:14:53: Sprecher 1 Weil vor allen Dingen Wissenschaftler, also nein, nicht nur, man muss jetzt künstlerischer Wissenschaftler, aber wenn man so in der Bubble ist und so ein krasses Fachgebiet hat, ne, dann ist diese dieses Übersetzen ist noch mal ein extra Fähigkeit, eigentlich nicht, ne, also das, das ist kann, kann nicht jeder und nicht jeder und genau und deswegen ist Leichte Sprache eigentlich neben der Visualisierung für mich auch, also würde ich

00:15:25: Sprecher 1 allen empfehlen, die halt wirklich auch Wert darauf legen, außerhalb der Bubble zu kommunizieren.

00:15:32: Sprecher 2 Super, danke dir, dass du uns erstmal auf deine Reise mit zur Leichten Sprache genommen hast.

00:15:38: Sprecher 2 Ich find das super interessant, dass du eben dann auf Basis, also dass dir dieser Text quasi so durch Zufall irgendwie in die Hände gefallen ist und du dann darauf ja aufmerksam geworden bist und dann deinen Weg quasi so da gefunden hast.

00:15:50: Sprecher 2 Vielleicht noch mal auch für die Zuhörenden, ich glaub und ich kann mir vorstellen, dass der Begriff Leichte Sprache, der der ein oder anderen Person schon begegnet ist, sei es auch auf Websites, beispielsweise von der Tagesschau oder Ähnliches.

00:16:02: Sprecher 2 Und leichte Bilder zählen ja eben auch dazu, weil man ja auch von leichter Bildersprache spricht, wenn ich es richtig weiß.

00:16:09: Sprecher 2 Wie würdest du leichte Bilder vielleicht in ein, 2 oder auch mehr Sätzen erklären für jene, die das vielleicht noch nicht so oder noch nicht so viele Berührungspunkte mit leichten Bildern auch hatten, sondern eher vielleicht mit leichter Sprache eben in Form von Text.

00:16:26: Sprecher 1 Ja, also leichte Bilder als allererstes, ganz, ganz streng gesehen, bezieht sich das auf Leichte Sprache.

00:16:33: Sprecher 1 Das stimmt, aber eigentlich, ich sehe den Begriff noch ein bisschen weiter.

00:16:41: Sprecher 1 Für mich sind das, hat das ganz viel damit zu tun, zielgruppensensibel, zielgruppenorientiert Bilder zu machen, Bilder zu erstellen, die

00:16:53: Sprecher 1 Womit man die Zielgruppe auch im Auge hat, also empathisch sein, was braucht, was brauchen meine meine zukünftigen Leser, Leserinnen, um für ein Bild, damit sie meinen Textinhalt oder meinen Inhalt besser verstehen.

00:17:10: Sprecher 1 Das heißt, man muss sich versuchen, in die Situation der, ne, der, der, der des Gegenübers zu versetzen.

00:17:18: Sprecher 1 Was braucht die Person? Das ist vor allen Dingen für mich das, also zum Beispiel, gebe ich auch Weiterbildungen speziell für Lehrerinnen und das nenne ich auch leichte Bilder, weil für mich Lehrkräfte total, die müssen ja mit allen möglichen verschiedenen Schülerinnen sprechen und kommunizieren und denen was beibringen und das so leicht wie möglich, so unkompliziert wie möglich.

00:17:44: Sprecher 1 Darum geht es, da geht es nicht um Schönheit oder die kommt dann danach, sage ich jetzt mal so.

00:17:52: Sprecher 1 es geht um diese Zielgruppenorientiertheit und diese Nutzungsnutzerinnenfreundlichkeit, so ein bisschen wie im UX-Design.

00:17:59: Sprecher 1 So, da muss man sich ja auch sehr daran orientieren, was die, was die Nutzerinnen brauchen.

00:18:07: Sprecher 1 Ja, genau, das ist es für mich eigentlich.

00:18:11: Sprecher 2 Und auch wenn ich daran denke, dass es eben Nutzerinnen orientiert ist, man muss das ja auch quasi so ein bisschen erlernen, quasi wie

00:18:22: Sprecher 2 Ja, oder wer welche Bedürfnisse haben könnte.

00:18:24: Sprecher 2 Natürlich, also da kommen wir bestimmt später auch noch mal darauf, wenn es um die Praxis geht, wie dann quasi ja Co-Creation oder Ähnliches stattfinden kann.

00:18:33: Sprecher 2 Aber vielleicht im Schritt vorher, hast du dann auch, ich weiß nicht, so Seminare oder so zusätzlich noch mal mit dem Fokus auf leichte Bilder besucht oder hast du dir das quasi durch ja eigene Literatur und so weiter dann angeeignet?

00:18:47: Sprecher 2 Ich glaub vielleicht Sprache gibt es ja quasi auch so.

00:18:50: Sprecher 2 bestimmte Normenregelwerke und ich frag mich quasi, wie das dann bei leichten Bildern ja funktioniert.

00:18:58: Sprecher 1 Ja, eine berechtigte Frage.

00:19:01: Sprecher 1 Also, Literatur gibt es sehr, sehr, sehr, sehr, sehr wenig.

00:19:05: Sprecher 1 Ja, hab ich gesehen, gibt es also Forschungsprojekte, es gibt einige, aber also kann ich auch aufzählen, wenn du nicht wissen möchtest, aber es gibt verdammt wenig und die, die es gibt, sind sehr oberflächlich.

00:19:20: Sprecher 1 und vor allen Dingen, die meisten sind von Leuten geschrieben, die keine Grafikerinnen sind.

00:19:26: Sprecher 1 Und das ist natürlich komplett was anderes, weil die überhaupt nicht wissen, also die kennen ja die ganze Gestaltungs-, den ganzen Gestaltungsreichtum von Bildern nicht, ne, wissen ja nicht, wie man bestimmte Bilder modifizieren kann, damit damit man das und das erreicht.

00:19:41: Sprecher 1 Das heißt, die bleiben sehr an der Oberfläche.

00:19:43: Sprecher 1 Es gibt ein relativ, also sehr neues Buch, das ist dann von Gestalterinnen geschrieben, aber

00:19:49: Sprecher 1 aber auch selbst da sind die Empfehlungen, also die sind auf jeden Fall genauer und und gut und so, aber sie kratzen ja, sind trotzdem noch relativ wenig und ja und auch immer noch relativ vage, finde ich und ist eher so als Einstieg gedacht, um sich generell zu sensibilisieren, aha, vielleicht sollte man ganz grob den den den Blickwinkel mehr verändern.

00:20:16: Sprecher 1 Also ich hab total, ich hab vor allen Dingen über Praxis gelernt, also und geforscht, eigenes Forschungsprojekt, also inoffiziell, wir bekommen jetzt keine Gelder oder so, aber also einfach in in Zusammenarbeit mit den ganzen Teilnehmenden der der Projekte, also mit der Zielgruppe von Leichter Sprache oder auch mit anderen Zielgruppen, mit Menschen mit verschiedenen Kultur kulturellen Hintergründen, also einfach diese Zusammenarbeit und dieses engen sehr genaue Protokollieren

00:20:49: Sprecher 1 und wahrnehmen von wie, wie diese Ziel, diese Gruppen halt Bilder wahrnehmen.

00:20:56: Sprecher 1 So hab ich das im Laufe der der ganzen Jahre mir angeeignet und ja, das ist momentan noch sehr, sehr an meine Erfahrungen geknüpft und ja, meiner Meinung nach geht das ja, es ist auch total wichtig, dass andere aus den eigenen Erfahrungen vor allen Dingen lernen.

00:21:18: Sprecher 1 ja genau, das darüber sprechen wir später wahrscheinlich auch noch mal.

00:21:22: Sprecher 2 Ja genau, das mit der Forschungsgruppe, das behalten wir noch mal im Hinterkopf, weil das find ich nämlich auch super spannend, dass du da quasi selber ja auch die Forschung in wie in so einer Art Reallabor dann vollziehst.

00:21:33: Sprecher 2 Vielleicht noch mal einen Schritt zu der zum Thema Literatur beziehungsweise wie viel gerade auch so zu dem Thema oder was heißt gerade, nicht nur gerade, aber auch schon vorher vielleicht publiziert wurde und so.

00:21:45: Sprecher 2 Denn in Vorbereitung auf die Folge, hab ich nämlich auch gemerkt, dass es nicht so leicht ist, Literatur oder Richtlinien etc. zum Thema leichte Bilder spezifisch zu finden.

00:21:58: Sprecher 2 Was glaubst du, woran liegt das?

00:22:03: Sprecher 1 Also, der Ursprung von leichter Sprache kommt ja aus der Behindertenbewegung, Menschen, die und halt Leute, die nicht aus der Grafik kommen.

00:22:18: Sprecher 1 und die und und die Grafikbranche und Menschen mit Behinderung und Inklusionsbranche haben einfach überhaupt keine Connection.

00:22:27: Sprecher 1 Das ist bis heute auch so und ich dieser diese Dringlichkeit war eigentlich also dementsprechend gab es halt kein keine Sensibilität dafür.

00:22:37: Sprecher 1 O.K., es müssen also es war zwar schnell klar, es müssen Bilder her, aber dann reicht auch 'n einfaches Piktogramm, also ich sag jetzt mal so ganz provokativ, so einen, dass ich mir mal ihn schnell so runterlade oder so, also überhaupt nicht sensibilisiert dafür, O.K., was genau für ein Bild ist der notwendig.

00:22:58: Sprecher 1 Ich glaub, es liegt dann an dieser Trennung, also und an dem Ursprung, wo es halt herkommt und das merk ich jetzt vor allen Dingen gerade daran, dass es richtig schwer ist.

00:23:09: Sprecher 1 Es ist gehört mit eigentlich mit den zu den schwersten Herausforderungen, so nehme ich es gerade wahr, auch die Grafikbranche dafür zu gewinnen, sich mehr für Barrierefreiheit zu interessieren.

00:23:20: Sprecher 1 Also die sozialen und wissenschaftlichen Einrichtungen und Organisationen, die wissen davon und möchten das auch größtenteils, aber die Grafiker, die sind total schwer davon zu überzeugen.

00:23:33: Sprecher 1 Also da fehlt es wirklich wie so eine Trennung.

00:23:43: Sprecher 2 Ich bin's, Zhu aus dem Off.

00:23:46: Sprecher 2 Wie im Intro angekündigt, gehe ich auch noch mal ganz kurz jetzt auf das Thema Leichte Sprache ein, mit ein paar Hintergrundinfos.

00:23:53: Sprecher 2 Leichte Sprache und Leichte Bildersprache möchte, wie wir jetzt schon gehört haben, komplexe Inhalte auf eine Weise vereinfachen, dass sie für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Sprachbarrieren zugänglich und damit verständlich werden.

00:24:06: Sprecher 2 Im Grunde ist es aber natürlich für alle Menschen eine Erleichterung, um Texte zu verstehen.

00:24:11: Sprecher 2 Das Ziel ist die barrierefreie Kommunikation durch eine gemeinsame Sprache.

00:24:16: Sprecher 2 Und entstanden ist die Leichte Sprache aus der Behindertenbewegung und Quellen führen ihren Ursprung auf die US-amerikanische Organisation People First zurück.

00:24:26: Sprecher 2 Die Organisation wurde 1974 gegründet, von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten und ist ein Beispiel dafür, wie sich Menschen organisieren und sich selbst vertreten.

00:24:39: Sprecher 2 Aus People First entwickelte sich dann später das Konzept des Easy Read, also der Leichten Sprache, das in den 1990er Jahren nach Europa und Deutschland kam.

00:24:48: Sprecher 2 Und auch hier haben sich dann Menschen gemeinsam organisiert, etwa bei Mensch zuerst und später dem Netzwerk Leichte Sprache.

00:24:57: Sprecher 2 Und heute spielen in Deutschland verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen eine Rolle bei der Anwendung von Leichter Sprache.

00:25:03: Sprecher 2 Die sogenannte Barrierefreie Informationstechnik Verordnung, kurz B.I.T.V., etwa verpflichtet öffentliche Stellen, ihre Informationen auch in Leichter Sprache anzubieten.

00:25:15: Sprecher 2 Darüber hinaus gibt es die U.N. Behindertenrechtskonvention, die einen Zugang zu Informationen in verständlicher Form fordert und zwar für alle Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten.

00:25:28: Sprecher 2 Leichte Sprache und Leichte Bildersprache zeigen also deutlich, wie die Kämpfe von marginalisierten Gruppen und ihre Erfolge eine hohe Relevanz für die Selbstbestimmung von Menschen haben.

00:25:39: Sprecher 2 Und es zeigt auch, wie Aktivismus als Korrektiv für das vermeintlich Neutrale funktioniert.

00:25:45: Sprecher 2 Ich muss dabei auch an einen Essay von Talila A. Lewis aus dem Sammelband „We are each other's Liberation“ denken.

00:25:53: Sprecher 2 Talila A. Lewis ist unter anderem mehrsprachige Abvolutionist:in, Wissenschaftler:in, Forscher:in, Pädagog:in, Autor:in, Organizer und auch Anwält:in für gemeinnützige Zwecke.

00:26:08: Sprecher 2 In dem Essay schreibt Lewis nämlich, dass alle Formen der Diskriminierung und Unterdrückung auf Ableismus zurückzuführen sind, gerade wenn es um antischwarzen Rassismus und Rassismus gegen Indigene geht.

00:26:21: Sprecher 2 Um dem entgegenzuwirken, sollten wir die Kämpfe von Disability Justice, also die Gerechtigkeit für Menschen mit Behinderung, vielmehr in den Fokus rücken.

00:26:30: Sprecher 2 Der Begriff Disability Justice wurde erstmals von Sins Invalid in einem Kollektiv von queeren Frauen mit Behinderungen und Rassismuserfahrungen geprägt und geht auch auf die Bewegung für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zurück, die in den 1960er Jahren in den U.S.A. begann.

00:26:49: Sprecher 2 Falls ihr euch weiter mit dem Thema beschäftigen wollt, verlinke ich dazu noch Literatur in den Shownotes und jetzt zurück zur Folge.

00:26:58: Sprecher 2 O.K., ich find es super spannend, weil ich natürlich auch so 'n bisschen mit Blick auf die Wissenschaftskommunikation dann geschaut hab und in Vorbereitung auf die Folge.

00:27:06: Sprecher 2 Ah, O.K., wie kann man vielleicht auch, ne, wenn wir so in Formaten denken, evaluieren, ob Menschen dann quasi so durch leichte Bildersprache 'nen besseren Zugang eben zu den Inhalten und so weiter gefunden haben und da war quasi das Internet leer sozusagen an der Stelle.

00:27:26: Sprecher 2 Dann gibt es quasi noch nicht so viel, deswegen hier auch Shoutout maybe an alle Zuhörenden.

00:27:32: Sprecher 2 wenn sie sich mit dir schon mal verknüpfen wollen zu dem Thema.

00:27:36: Sprecher 2 Genau, vielleicht können wir dann auch jetzt noch mal zu ja dem Thema kommen.

00:27:43: Sprecher 2 Du hattest es gerade eben auch schon 'n bisschen angedeutet, aber die Zielgruppe von Leichte Bilder Sprache quasi, also wo siehst du die besondere Wirkung von Leichte Bilder und auch in welcher Form können sie überhaupt Barrieren schauen, also warum lohnt es sich eben da überhaupt auch hinzuschauen, anstatt irgendwie wie gewohnt, ja, ich sag mal, eine klassische Infografik oder so einzusetzen.

00:28:12: Sprecher 1 Mhm, also ich hab ja ziemlich weit ausgeholt, am ganz am Anfang dieses Podcasts schon. Also für mich bedeutet leichte Sprache und leichte Bilder, leichte Kommunikation, ist das ein unglaublicher Motor für mehr Gerechtigkeit, mehr Teilhabe von marginalisierten Gruppen.

00:28:28: Sprecher 1 So, es ist großer wichtiger Bestandteil, weil ohne einfache Kommunikation nimmt man halt nicht alle Leute mit, ne, sind ein Teil der Leute einfach ausgeschlossen.

00:28:42: Sprecher 1 Genau, also leichte Bilder unterstützen Menschen dabei, autonom Informationen wahrzunehmen und zu verarbeiten und daraus was zu machen.

00:28:54: Sprecher 1 Also es geht um diese Selbständigkeit, andere Menschen dazu befähigen, selbständig im Leben sich zu bewegen und dahin zu kommen, wo sie hin wollen.

00:29:07: Sprecher 2 O.K., das find ich super spannend, den Punkt, weil du arbeitest ja eben nicht nur im Bereich Wissenschaftskommunikation, sondern ich hab eben gesehen, in verschiedenen ja Projekten bist du da unterwegs, wo es dann, wobei das ist auch 'n bisschen Wissenschaftskommunikation, würd ich sagen, zum Beispiel im Kontext von Covid hast du ja auch, glaub ich, gearbeitet, um Menschen da eben an die Thematik heranzuführen, eben weil das ja auch 'n Thema ist, was alle definitiv betrifft, gerade Thema Gesundheit und so.

00:29:35: Sprecher 2 Vielleicht magst du dazu auch noch als ein Beispiel. Das Beispiel hätte ich tatsächlich auch genannt, als allererstes.

00:29:42: Sprecher 1 Na, zu Corona Zeiten haben wir mit mehreren Leuten, ne, ich war eine von von einer großen Gruppe, Corona-Leichte-Sprache.de ins Leben gerufen.

00:29:52: Sprecher 1 Wir hatten auch fast den Gummi Online Award gewonnen, leider nicht gekriegt, aber Also, der der Ursprung lag daran, dass Betroffene, also damit meine ich Leute, die sozusagen mit Standardsprache nicht zurechtkommen, ne, die die ganzen Informationen bei bei ärztlichen Untersuchungen nicht verstanden haben, die Anweisungen nicht verstanden haben, auch gehörlose Menschen, die keinen keinen Dolmetscher bekommen haben und komplett ausgeschlossen waren und

00:30:26: Sprecher 1 die haben sich also ne und und die fanden es blöd, also fand es ***** Entschuldigung, und und dann haben Leute, die mit diesen Betroffenen zu tun haben, sich zusammengetan, also Dolmetscherinnen für Leichte Sprache, für Gebärdensprache, Übersetzerinnen und halt Visualisiererinnen wie ich und noch andere.

00:30:49: Sprecher 1 Wir haben uns zusammengetan, um eben schwierige, schwierige Begriffe zu übersetzen, in leichte Sprache und leichte Bilder, damit dieses diese schwierigen medizinischen Begriffe halt ein für alle Mal erklärt sind und nicht ständig wiederholt werden müssen und das hat sich dann weiterentwickelt, dann hat sich Material daraus entwickelt, so kleine Sachen, die man mitnehmen kann zu ärztlichen Untersuchungen, Poster in verschiedenen Sprachen sogar und das Wichtige war aber wirklich immer ein sehr, also der Ursprung kam, also der der der Ursprung war halt, dass die Betroffenen das brauchten.

00:31:29: Sprecher 1 Und dadurch, dass wir in engem Kontakt sind mit den Betroffenen, waren wir eigentlich die Umsetzer:innen von diesem Bedarf.

00:31:37: Sprecher 1 Also medizinisches Feld ist super wichtig und das betrifft ja alle und das kann man dann ausweiten auf alle lebenswichtigen primär lebenswichtigen Notwendigkeiten, die es so gibt, natürlich ne und dann aber auch die, sag ich jetzt mal, sekundär oder weniger offensichtlichen wichtigen Dinge im Leben, wie Teilhabe an der Kultur, ne, die sozusagen nicht in Anführungszeichen, ja nicht systemrelevanten Bereiche aus dem Leben, die die auch zugänglich gemacht werden sollten.

00:32:24: Sprecher 2 Ne, genau zugänglich und auch so, wie du es vorhin gesagt hast, dass man eben oder dass alle oder mehr Menschen, die es eben dann erreicht, autonom ja handeln können.

00:32:37: Sprecher 2 Das fand das sehr guten Punkt, dass du das auch noch mal gesagt hast, weil so der Zugang ist so das eine, ne, aber dass man dann eben auch so autonom dann handeln kann, und dann die Möglichkeit dadurch bekommt, auch mitzugestalten, quasi.

00:32:50: Sprecher 2 Also nicht nur so, weil sie nicht die den Inhalt so aufnimmt, sondern dann im Idealfall, wie zum Beispiel jetzt im Thema Kultur oder auch bei Gesundheit, dann eben selber handeln kann, sei es eben durch Mitgestaltung oder durch ja den Schutz vor eben ja Krankheiten et cetera.

00:33:10: Sprecher 2 Und wenn wir einmal so den Blick darauf werfen, wie quasi, mit dem Beispiel Covid, aber das kann auch ein anderes Projekt sein, ganz wie du magst, uns anschauen.

00:33:21: Sprecher 2 O.K., der Weg von, ich sag mal, wir fangen mal mit einem Textbeispiel an, hin zu der Übersetzung oder beziehungsweise diesem ganzen Prozess, wie kann ich mir das vorstellen, wie gehst du da vor?

00:33:34: Sprecher 2 Du hattest ja vorhin auch schon gesagt, dass du dann wie so 'ne Art Brille auf hast.

00:33:38: Sprecher 2 Du hast ja einmal den Text, du hast aber auch deine Zielgruppe im Hinterkopf, wie kann ich mit diesem Prozess, vorstellen, vom Inhalt bis zur, ja, zum Produkt der des leichten Bildes.

00:33:53: Sprecher 1 Mhm, ausgehend muss es immer schon einen übersetzten Text geben, also wenn es um leichte Sprache geht, oder meinst du jetzt allgemein leichte Bilder, also meinst du, meinst du speziell jetzt leichte Sprache, oder meinst du jetzt, keine Ahnung, irgendwie ein ein wissenschaftlicher Text und dann Bilder dazu, die vereinfachen sollen.

00:34:16: Sprecher 2 Wir können super gerne beide Stränge auch aufmachen, weil beides ja irgendwie dazu führt, dass Menschen eben ja Zugänge bekommen.

00:34:24: Sprecher 1 Genau, also eigentlich genau, also bei, ich fang mal bei dem wissenschaftlichen Text an, ich würd, glaub ich, erstmal, wie ich schon gesagt habe, den Text für mich vereinfachen und abstimmen mit der Person, die den Text geschrieben hat, also in dem Fall ein Wissenschaftler oder Wissenschaftlerin und meine Vereinfachungsbrille reinsetzen, ne und gucken, welche Struktur steckt in dem Text, was sind die wichtigsten Inhalte, worum geht es eigentlich und was muss in den Vordergrund, was geht in den Hintergrund, was muss kann vielleicht weggelassen werden, was muss unbedingt kommuniziert werden nach außen und und so weiter.

00:35:03: Sprecher 1 Also dieser Schritt der Vereinfachung, der ist auf jeden Fall da, also der textlichen Vereinfachung,

00:35:08: Sprecher 1 Den habe ich halt schon bei Leichte Sprache.

00:35:11: Sprecher 1 Ich kann nur anfangen, wenn es schon eine Vereinfachung.

00:35:14: Sprecher 1 Also mit Vereinfachung meine ich.

00:35:16: Sprecher 1 Ich weiß, dass vor allen Dingen Wissenschaftler:innen da auch ein bisschen kritisches Auge drauf haben.

00:35:19: Sprecher 1 Aber man vereinfacht ja nicht den Inhalt. Man vereinfacht den Zugang. Das ist ein großer Unterschied. Also der Inhalt bleibt der gleiche.

00:35:27: Sprecher 1 Man denkt halt nur viel mehr darüber nach, in welchen kleinen Paketen an welchem Ort und so weiter Stelle man die Infos rausgibt. Es geht um diesen Zugang.

00:35:38: Sprecher 1 Und wenn ich so einen Auftrag hab in Leichter Sprache, muss der Leichte-Sprache-Text eine erste Version dieses Leichte-Sprache-Textes schon vorlegen, damit ich loslegen kann, weil dieser Leichte-Sprache-Text aufzeigt, wo worum es eigentlich geht in dem Text, also in dem Ursprungstext.

00:35:58: Sprecher 1 Ne, was ist die Kerninfo, was ist das Ziel des Textes, wer soll angesprochen werden. Also, es geht um das Warum, ne, wer, warum die

00:36:07: Sprecher 1 Groß und W-Fragen und so und vor allen Dingen, was ist wirklich das Hauptziel dieses Textes und darauf muss alles ausgerichtet sein.

00:36:16: Sprecher 1 So und dann kann ich loslegen mit Visualisieren, weil ich ja auch nicht alles reinstecken kann in so 'n Bild. Ich muss mich fokussieren und dann fange ich an mit ersten Skizzen, je nach Budget. Also wenn zum Beispiel viel Budget da ist, kann ich schon in diesem Stadium, wo wo nur Skizzen da sind, schon mich mit ja der Zielgruppe von Leichter Sprache austauschen und Rückmeldung einholen.

00:36:45: Sprecher 1 Vor allen Dingen zum Thema passen die Bildmotive, das haben wir vor allen Dingen gemacht, als wir die UN Behindertenrechtskonvention in Leichter Sprache visualisiert haben mit 2 Kolleginnen, da haben wir schon im Skizzenstadium Menschen mit ja Lernschwierigkeiten befragt,

00:37:05: Sprecher 1 Versteht ihr das Motiv, dass wir darauf, dass wir uns ausgewählt haben, ne?

00:37:10: Sprecher 1 Zum Beispiel, ich glaube einmal kam raus, da ging es um Teilhabe an an bei Konzerten mit Musik, ach nee, beim beim beim genau, genau, da ging es um Gebärdensprache und Teilhabe von Gehörlosen durch Gebärdensprachdolmetscherinnen und dann haben wir erst mal, hat meine Kollegin, glaube ich, eine Dolmetscherin gezeichnet. Dann wurde das aber nicht erkannt was macht die da mit den Händen verstehe ich nicht und so und dann kam halt raus ah dann haben wir erzählt was es ist und dann meinte die Prüferin ach das kenne ich aus dem Fernsehen so und dann haben wir das Bild sozusagen ausgeweitet auf das Darstellung im Fernsehen jemand der dolmetscht im Fernsehen weil dann kennen, das kennen viele Leute, viele die sonst nicht keine Berührungspunkte haben damit können damit auch was anfangen sozusagen oder da geht mehr los so genau also Skizzenstadium, das ist aber nicht immer der Fall, weil Budget ist normalerweise nicht ganz so hoch. Meistens ist es in der Tat so, dass ich die Skizzen alleine mache.

00:38:22: Sprecher 1 dann mich mit dem Auftraggeber, Auftraggeberin dazu abstimme, ob es als inhaltlich für den Auftraggeber passt.

00:38:31: Sprecher 1 Und wenn dann alles okay, ach so, und dem und natürlich der übersetzenden Person, das sind dann nicht immer dieselben Personen.

00:38:37: Sprecher 1 Also das Fachwissen und die übersetzende Person kommt zusammen und ich.

00:38:43: Sprecher 1 Wenn dann alles freigegeben ist, mache ich den nächsten Schritt der Zeichnung. Das nennt sich Reinzeichnung. Ohne bei mir ist es noch ohne Farbe.

00:38:55: Sprecher 1 Und die wird dann, also das heißt, man zeichnet saubere, man erkennt die Dinge besser, die passieren.

00:39:01: Sprecher 1 Also es ist eigentlich 'ne fast fertige Zeichnung und die wird dann geprüft im Anschluss, wenn die freigegeben wurde vom Auftraggebenden, die wird richtig geprüft, wie Leichte Sprache auch geprüft werden sollte von der Zielgruppe von Leichter Sprache.

00:39:21: Sprecher 1 So davon, je nachdem was die Zielgruppe ist, auch von anderen Ziel, also anderen Gruppen sozusagen, solche Feedbackgespräche.

00:39:31: Sprecher 1 Und dann am Schluss, wenn das mit eingeflossen ist, dann übergebe ich das, es gibt ein Prüfprotokoll, das wird dem Auftraggebenden übergeben und er entscheidet dann, also ich mache dann Vorschläge für Änderungen anhand dieses Feedbacks. und der Auftraggebende entscheidet dann, was gemacht werden soll.

00:39:57: Sprecher 1 Und meistens, also ist es mal so, mal so, manchmal hat die Prüfgruppe das letzte Wort, aber es geht auch nicht immer, weil dieses Fachwissen ist ja auch voll wichtig.

00:40:09: Sprecher 1 Also ne, der Auftraggebende ist ja der Entscheider, was er oder sie nach außen kommunizieren will und was was Wissen halt, welches Wissen nach außen kommen soll.

00:40:18: Sprecher 1 Und ja, deswegen das letzte Wort hat auf jeden Fall der Auftraggebende oder die Auftraggebende und dann ja dann dann wird das Bild am Ende dann so gezeichnet und am Schluss kommt die Farbe und da gibt es noch mal eine extra Farbprüfung für Menschen, die Farbeinschränkung haben.

00:40:41: Sprecher 1 Ich muss aber dazu sagen, dass das jetzt mein individueller Vorgang ist, wie ich Bilder gestalte. So funktioniere ich.

00:40:51: Sprecher 1 Das ist bei anderen Menschen, bei anderen Zeichner:innen sicherlich auch mal anders.

00:40:57: Sprecher 1 Also mein Stil ist halt so, ich brauche das, ich brauche eine klare Struktur, ich brauche erstmal gewisse Bestätigung, um überhaupt weiter zeichnen zu können.

00:41:09: Sprecher 1 Und ich weiß auch von meinen Kolleg:innen, dass das ja nicht immer zutrifft, also je nach Stil deswegen. Aber es ist sehr praktisch in der Kommunikation mit dem Auftraggebenden.

00:41:21: Sprecher 1 Also, es funktioniert halt gut, weil man so viele Feedbackschleifen hat.

00:41:25: Sprecher 2 Ja, und genau, bei mir kommen direkt 'n paar Follow-up Fragen auf. Du hattest gerade schon gesagt, dass an einem ab einem bestimmten Schritt dann die Farbe dazu kommt und da auch du dann darauf achtest, dass es eben auch da quasi zugänglich ist.

00:41:42: Sprecher 2 Das heißt also nicht nur die leichten Bilder erschaffenen Zugang, sondern du schaust dann bei dem Format leichte Bilder oder bei diesem Medium, sag ich mal, auch ja quasi auf Intersektionalität, ne.

00:41:53: Sprecher 2 Also dass da dann eben auch noch mal Menschen mitbedacht werden, wie du es dann umsetzt, also nicht nur leichte Bilder im Sinne von also als Tool quasi, sondern auch dass dieses Tool quasi ja zugänglich ist.

00:42:06: Sprecher 2 Weißt du, wie ich das meine?

00:42:08: Sprecher 2 Also weil ja dann quasi du auf die Farbsensibilität von Menschen und so weiter schaust.

00:42:15: Sprecher 2 Also das ist ja quasi auch noch mal.

00:42:17: Sprecher 2 Ach so, anderes Layer quasi, was dann dazu?

00:42:20: Sprecher 1 Ja, das ist 'n anderes Layer, total.

00:42:22: Sprecher 1 Ja, ja, also du kannst ja, ich mein, Hautfarben zum Beispiel sind 'n Thema natürlich, aber auch Farbblindheit, ne, und Kontraste, Kontraste, wie man die Farben zusammenmischt, Farben werden unterschiedlich wahrgenommen.

00:42:38: Sprecher 1 Es gibt Signalfarben, Rot zum Beispiel, die sehr, sehr stark sind, die man halt auch bewusst einsetzen sollte und

00:42:46: Sprecher 1 ja genau, also ist wirklich noch mal 'ne andere, ist 'n anderes Layer, genau.

00:42:52: Sprecher 1 Ich, ich, wie gesagt, denke das getrennt, andere machen es vielleicht nicht getrennt, andere gehen gleich an die Farbe und machen das dann gleich mit Farbe.

00:43:01: Sprecher 2 Mhm, und wenn ich jetzt an, ich sag mal, 'n wissenschaftliches Paper oder so denke, gibt es da dann so 'ne Art Daumenregel, sag ich mal, für jeden Absatz gibt es auch ein leichtes Bild quasi, oder wie ist da so das Verhältnis,

00:43:17: Sprecher 2 Wenn wir jetzt noch keine Übersetzung zum Beispiel für Leichte Sprache haben, sondern quasi diesen Raw Datei von den Forschenden bekommen würden, gibt es da ja.

00:43:29: Sprecher 1 Es kommt darauf an, was das für ein Text ist.

00:43:31: Sprecher 1 Ich kann dir da jetzt keine Fassregeln, es gibt halt einen Unterschied zum Beispiel zum wissenschaftlichen Paper, ist ein ganz andere Textart, ganz anderes Ziel des Textes als zum Beispiel ein kleiner journalistischer Artikel oder so.

00:43:46: Sprecher 1 oder oder eine Todesanzeige oder eine eine ein Roman oder eine Kurzgeschichte oder ein ein Flyer, Flyer oder Poster, ne sind alles andere Medien, die andere Ziele verfolgen und anders auch wahrgenommen werden, ne also weil sie anders platziert werden, so ne Plakat hängt irgendwo, muss schnell beim Vorbeifahren erkannt werden, Paper sitzt man im Normalfall wahrscheinlich am Tisch und hat viel Licht und kann es gut erkennen.

00:44:21: Sprecher 1 Das heißt, da können mehr Infos rein. Ne, also man muss als allererstes gucken, was ist das für eine Textart.

00:44:30: Sprecher 1 So, es gibt auf jeden Fall Textarten, wo ein Bild pro Absatz sinnvoll ist, zum Beispiel Anleitungen, Instruktionstexte, so ein Paper.

00:44:44: Sprecher 1 Also, da müsste ich jetzt, glaube ich, ein konkretes Beispiel sehen, aber es kann auch sinnvoll sein, nur ein Bild für die Überschrift zu machen, um sozusagen das Thema interessant zu machen für Leute, die vielleicht noch nichts mit dem Thema zu tun haben, ne?

00:45:01: Sprecher 1 Und da reicht ein ein aussagekräftiges Bild ganz am Anfang.

00:45:07: Sprecher 1 Ein anderes Beispiel war auch mal so ein Glossar, das wir gestaltet haben, sehr, sehr umfangreich, alles in leichter Sprache und da haben wir sehr fast 200 Seiten und da haben wir nur für jeden neuen Begriff ein Bild genommen, um das Nachschlagen in diesem Werk zu vereinfachen.

00:45:24: Sprecher 1 Ne, also das liest man dann nie von Anfang bis zum Ende durch, sondern man sucht sich 'n bestimmten Begriff und dann guckt man, was dieser Begriff bedeutet und diese Bilder waren dann auch sehr groß, haben sozusagen dann bei der Navigation in dieser Broschüre geholfen.

00:45:38: Sprecher 1 Genau, ein Bild pro Absatz, wie gesagt, kann Wenn man viele Leichte-Sprache-Texte sind voll mit Bildern aus Bilderbanken und oder K.I. Bildern und das kann auch sehr kontraproduktiv sein.

00:45:54: Sprecher 1 Einfach komplette Überreizung, komplette, komplettes Abschalten und auch ein bisschen so Unterhaltung.

00:46:03: Sprecher 1 Also so kleine, viele lustige Bilder und so. Also das ist ja nicht zielführend. Man muss wirklich gucken, was was passt zum Thema. was möchte ich erreichen, wie gesagt, ne. Also das ist erstmal so 'ne Grundvoraussetzung.

00:46:20: Sprecher 2 Ja, das finde ich super spannend.

00:46:22: Sprecher 2 Wir haben ja jetzt quasi so diesen Weg von Text zu leichten Bildern, also den Prozess hast du ja gerade so 'n bisschen beschrieben und was du zuletzt gesagt hast, bringt mich auch wieder so 'n bisschen zum Thema Zielgruppe, auch so das Beispiel, was du hattest, dass du zu einem Titel vielleicht 'n leichtes Bild oder so gestaltest und

00:46:42: Sprecher 2 das löst ja dann auch vielleicht bestimmte Gefühle aus bei den Menschen. Vielleicht ist das auch noch mal 'n guter Punkt, um auf die Forschungsgruppe zurückzukommen, die du eingangs auch genannt hattest.

00:46:52: Sprecher 2 Da hattest du ja gesagt, dass du eben ganz gezielt mit ja Menschen aus der Zielgruppe zusammengearbeitet hast, um da auch für dich was daraus zu lernen.

00:47:00: Sprecher 2 Vielleicht magst du da deine Erfahrungen bisschen teilen. Genau, aber das ist ja super spannend, also noch super wichtig, meiner Meinung nach.

00:47:08: Sprecher 2 immer mit den Menschen, die das Thema erreichen soll, zusammenzuarbeiten, zu schauen, ne, was braucht es.

00:47:15: Sprecher 2 Und genau da frag ich mich ja, wie also welche Erfahrungen du da gesammelt hast.

00:47:22: Sprecher 1 Das Forschungsprojekt läuft noch, das ist eine inklusive Zeichengruppe, die hat sich heraus entwickelt aus den Prüfungen von leichten Bildern.

00:47:34: Sprecher 1 Ich hab ja irgendwann angefangen, selber meine Bilder zu prüfen, weil die Prüfgruppe, Gruppen, die es sonst so gibt für leichte Sprache, mir nicht zufriedenstellende Ergebnisse geliefert haben, weil die meisten halt keine Grafikerinnen sind in diesen Prüfgruppen und ich brauchte halt tiefergehende Rückmeldungen aus diesen Gruppen und deswegen habe ich angefangen selber zu prüfen und meine, mein, dieses Forschungsprojekt, diese inklusive Zeichengruppe, ist einen Schritt weiter.

00:48:00: Sprecher 1 Die Leute, die Betroffenen prüfen nicht nur, sondern machen selber leichte Bilder, ne, also ein. Es geht darum, einfach nur zum Stift zu greifen und dann zeichne dann du doch mal, was brauchst du denn für ein Bild.

00:48:13: Sprecher 1 So und das ist ein ehrenamtliches Projekt, das schon fast 4 Jahre läuft und wir hatten ein bisschen Fördergelder gekriegt am Anfang, aber momentan gerade nicht.

00:48:26: Sprecher 1 Und wir treffen uns wöchentlich und wir zeichnen leichte Bilder zu verschiedenen Themen und es ist gleichzeitig eben dieses Forschungsprojekt, was heißt, dass wir erstmal erforschen, welche partizipativen Methoden gibt es überhaupt.

00:48:44: Sprecher 1 Also, wie kann man mit gemischten Gruppen partizipativ gemeinsam Bilder finden und kreieren, ne? Es geht um diese Methoden, Methoden testen, wie was funktioniert für alle und so.

00:48:56: Sprecher 1 Und dann geht es auch um die um die Bilder natürlich. Also, welche Bilder zum zu schwierigen Begriffen zum Beispiel, wir hatten schon Demokratie, Gerechtigkeit,

00:49:07: Sprecher 1 Arbeit, auch Klima, welche Bilder ploppen da bei den anderen auf oder welche helfen also zum Beispiel zu den Wahlen, Wahl, Wahlprogramme, ne, welches Themen, welches Bild ploppt automatisch bei auf, wenn man an das Thema Klima denkt oder Klimaschutz und also was kann sozusagen als Code, als Transportmittel funktionieren, Bildcode, um um das Thema einzuführen und

00:49:35: Sprecher 1 Wir tauchen sozusagen ein in in ihre Lebenswelt, ne?

00:49:39: Sprecher 1 Und wir sind jedes Mal bei jeder Sitzung überrascht, wenn wir alle zeichnen und wir tauschen uns so aus.

00:49:46: Sprecher 1 OK, und dann werden wir immer überrascht. OK, mein Bild ist gar nicht so klar, wie ich dachte. Ich hab viel zu kompliziert gedacht, ich hab viel zu kompliziert gezeichnet.

00:49:56: Sprecher 1 Und ja, genau, das ist jedes Mal ein großer Lerneffekt und wir dokumentieren alles. Und ja, ich denke, wir werden irgendwann daraus auch aus diesen Ergebnissen was was machen und zusammentragen.

00:50:16: Sprecher 1 Ja, genau, das ist total spannend und geht auch nicht ohne. Also nicht ohne Grund machen wir das auch ehrenamtlich seit 4 Jahren.

00:50:25: Sprecher 2 Ja, ich finde das super wichtig und auch richtig toll zu hören, dass ihr auch mit Menschen eben zusammenarbeitet, die

00:50:33: Sprecher 2 besonders von leichter Bildersprache eben profitieren können.

00:50:35: Sprecher 2 Also ich glaub grundsätzlich würden wir alle davon profitieren, aber genau, dass ihr da auch in diesem Prozess, ich hatte es ja anfangs schon gesagt, der Co-Kreation irgendwie seid und quasi nicht irgendwie nur Output generiert, sondern eben da genau gemeinsam schaut, ey, was braucht es eigentlich und dann Menschen auch ganz konkret fragt und die eben mit einbindet, die ja leichte Bildersprache gerne ja vielleicht brauchen oder eben davon besonders profitieren können, um Zugänge zu haben.

00:51:10: Sprecher 2 Und dann mit dem Blick auf Wissenschaftskommunikation noch mal und aber dir eben als Brückenelement irgendwie zwischen Wissenschaft und den Menschen.

00:51:21: Sprecher 2 Was würdest du sagen, sind da vielleicht auch so Herausforderungen, die dir in deiner Arbeit begegnen?

00:51:29: Sprecher 1 Mhm, meinst du wirklich speziell Wissenschaft jetzt oder ganz allgemein erstmal?

00:51:36: Sprecher 2 Schon gerne bezogen auf Wissenschaft, aber vielleicht können wir einmal von dem Allgemeinen dann zum Thema Wissenschaftskommunikation kommen.

00:51:45: Sprecher 1 Viele haben halt die Sorge, dass die erstens die Sprache halt dadurch O.K., das betrifft aber eher so die literarischen Themen, also dass die Sprache halt verunglimpflicht wird, also hässlich gemacht wird und und auch aus dem wissenschaftlichen Bereich, viele haben Sorge darüber, dass halt Dinge zu sehr vereinfacht werden und ne und nach außen vereinfacht dargestellt werden, also die Komplexität verloren geht sozusagen, das ist ja so ein richtig riesen riesen Sorge und darüber entstehen dann viele, na ja auch Ablehnung natürlich, ne, nee, ich möchte mich nicht damit beschäftigen, weil ich meine, ich möchte komplex meine Komplexität bewahren und da wurde halt einfach dieser Sinn der dieser leichten Sprache und leichten Bilder und überhaupt Barrierefreiheit überhaupt nicht erfasst verstanden.

00:52:41: Sprecher 1 Also habe ich ja schon gesagt, es geht darum Zugänge zu schaffen. Das würde ich jetzt mal sagen, ist halt noch so eine Haltung, die eine Herausforderung ist und die man bei ich würde gerne noch ein bisschen mehr an die Privatwirtschaft, das ist noch eine andere Gruppe jetzt, ne, aber da ist 'ne große Herausforderung.

00:53:00: Sprecher 1 Was hat das für 'n Nutzen für mich als Unternehmen? Meine Menschen, meine meine Kunden sozusagen, sind da nicht behindert.

00:53:06: Sprecher 1 Also, jetzt wirklich, ne, also die fühlen sich überhaupt nicht betroffen, die brauchen das nicht. Barrierefreiheit betrifft ja nur Leute mit Behinderung, was gar nicht stimmt.

00:53:18: Sprecher 1 Na ja, und dann speziell, wenn es dann wirklich zustande kommt, so 'n so 'n Prozess, leichte Bilderprozess zu erstellen und man wirklich auch Prüfgruppen einbindet oder genau, dann ist der Prozess sehr lang.

00:53:34: Sprecher 1 Also sehr sehr komplex, viele verschiedene Akteure, Akteurinnen gehören ja mit dazu, die alle mit einbezogen werden wollen und sollen und es da wird häufig die Zeit überschätzt oder unterschätzt und also es dauert halt relativ lange und dementsprechend auch das Budget.

00:53:59: Sprecher 1 Genau, aber es gibt auch auf jeden Fall Leute, die also es hat sich ja viel getan jetzt auch in den letzten Jahren und die Leute wissen das, ne, dass es halt Zeit braucht und die fragen mittlerweile, planen besser, es gibt mehr Geld, die Leute fragen, bevor Fördergelder beantragt werden und nicht erst danach, wenn das Geld schon da ist.

00:54:21: Sprecher 1 Es hat sich auf jeden Fall was getan in den letzten Jahren, auch würd ich jetzt mal so sagen, genau. Und das Schwierigste ist natürlich immer so 'n Kompromiss zu finden zwischen allen.

00:54:31: Sprecher 1 Also, ich bin so 'n bisschen als Zeichnerin dann die, die 'n Kompromiss finden muss und alle, also sowas ein Bilder finden muss, die halt für alle funktionieren.

00:54:40: Sprecher 1 Das ist auch 'ne große Herausforderung.

00:54:42: Sprecher 2 Genau, merkst du dann im Bereich Wissenschaftskommunikation noch mal gesondert irgendwie Challenges oder sind das quasi die Gleichen, die du sonst auch in anderen Projekten hast, die vielleicht nicht so aus dem Bereich Wissenschaft kommen.

00:55:03: Sprecher 1 Also die letzten Projekte im Bereich Wissenschaft, da ging es um Soziologie, das war Soziologie.

00:55:18: Sprecher 1 Also na ja, da wird ja einfach, ja, die Sprache ist halt besonders sehr spezifisch. Also also ist halt schwer, das Niveau ist halt ein bisschen ein bisschen höher als als das, was ich arbeite halt viel so im sozialen Bereich, im psychologischen Bereich auch, Psychologie ist auch eine Wissenschaft, Bildungsbereich, ach ich weiß auch nicht, irgendwie, nee, also es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Wissenschaften, vielleicht, aber glaub ich, auch mit meiner meinen Vorlieben zusammen, also oder was mit meinen Vorerfahrungen, keine Ahnung, nee, eigentlich nicht, ist auch in Ordnung.

00:56:09: Sprecher 2 Du sagst ja auch, dass du in den letzten Jahren eben eine bestimmte Entwicklung irgendwie festgestellt hast, dass da eben ja der Fokus auch ein bisschen oder die Awareness ein bisschen mehr da ist für barriereärmere Kommunikation.

00:56:25: Sprecher 2 Wie würdest du oder wie blickst du auf ja die Entwicklung in den nächsten Jahren, vielleicht auch du hattest vorhin schon künstliche Intelligenz auch als ein Stichwort genannt, was würdest du sagen, welche Rollen spielen da ja bestimmte digitale Tools oder eben auch ja Entwicklungen von K.I. und quasi der klassischen Herangehensweise von Visualisierung.

00:56:49: Sprecher 1 Mhm, ja, K.I. ist da und da bleiben. Wichtig ist, dass Leute, die K.I. nutzen, wissen, wie sie die K.I. Bilder einsetzen, also sich dafür sensibilisieren. Die müssen sich auch mit der Zielgruppe auseinandersetzen und verstehen, welche Bilder die Zielgruppe braucht.

00:57:08: Sprecher 1 Daran geht kein Weg vorbei. Genau, also K.I. wird sich entwickeln und es wird ja schon viel eingesetzt, auch Bilderbankbilder, also fertig gemachte Bilder werden sehr schnell, sehr automatisiert in Texte reingesetzt, das wird es immer geben, weil geht schneller für wenig Geldprojekte und so und das ist halt da hat auch total die Berechtigung und es gut, dass es das gibt, aber was halt wie gesagt wichtig wäre, ist diese Sensibilisierung, grundsätzliche Sensibilisierung dafür zu schaffen, welche Bilder werden überhaupt gebraucht, so weil das häufig gar nicht der Fall ist, leider.

00:57:56: Sprecher 1 Ich glaube trotzdem, auch wenn meine Branche als Illustratorin total in Gefahr ist, also wir sind meine ganzen Kolleginnen, haben natürlich große Sorge, ne, dass das Berufsfeld eingeschränkt wird durch K.I. und so.

00:58:14: Sprecher 1 Es wird sich umorganisieren, ich glaube nicht, dass individuelle Illustrationen verschwinden werden. Es wird wahrscheinlich nur noch größere Nische werden, kann ich mir vorstellen oder für ganz besondere Projekte, wertvolle Projekte, wichtige Projekte, wo individuelle Bilder notwendig sind, wird es weiterhin individuelle Illustrationen geben, Grafiken geben, weil K.I. einfach nicht alles schafft und nicht schaffen wird und wo auch einfach der persönliche Kontakt ausschlaggebend ist und wichtig ist und unersetzlich.

00:58:54: Sprecher 1 Aber trotzdem wird sich das irgendwie umorganisieren, also auch die Ästhetik, denke ich, ne, man sieht jetzt, man sieht ja sofort, wenn es ein K.I. Bild ist, dadurch verändern sich Sehgewohnheiten und ja, also ich glaube, wir als Illustratorinnen, Grafikerinnen sind viel mehr, müssen halt viel mehr auch diesen Unterschied klarmachen zwischen was ja, was sind, was können K.I. Bilder leisten, was können wir leisten und was sind Nach und Vorteile und das wird 'n zusätzliches Aufgabenfeld sein, denke ich, für Grafikerinnen.

00:59:34: Sprecher 1 Ja, ja, es müssen sich viel in der Zukunft, das du fragtest ja auch danach, was sich ändern muss oder wo sich es hin entwickeln soll.

00:59:42: Sprecher 1 Also das Thema leichte Bilder, leichte Kommunikation, muss sich hattest ja auch berichtet in deinem Studium, dass dir das eigentlich da noch gar nicht über den Weg gelaufen ist.

00:59:53: Sprecher 1 Also für mich gehört das dazu, für gesellschaftsrelevante Themen, ne, die 'ne Auswirkung haben können auf die Gesellschaft, auf das Leben.

01:00:02: Sprecher 1 Menschen müssen Fachleute sich damit auseinandersetzen und das schon im Studium in der Ausbildung lernen, wie sie barrierearm kommunizieren.

01:00:16: Sprecher 1 und das betrifft Wissenschaftler:innen, es betrifft auch die Grafiker:innen im Grafikstudium ist es noch gar nicht verankert ne also da muss müssen sich Lehrpläne ändern ja und Leute die viel in den Medien sind sollten natürlich auch gutes Beispiel voran mit gutem Beispiel vorangehen ne indem sie halt auch leicht kommunizieren das ist auch wichtig, Vorbilder zu schaffen. Vorbilder sind auch sehr wichtig.

01:00:49: Sprecher 2 Mhm, mhm, ja, ich find es, das sind richtig wichtige Punkte und auch noch mal, also wie gesagt, ich irgendwie hab ich manchmal so den Eindruck, dass halt Visualisierung dann, ah ja, wir brauchen jetzt noch 'ne Illustration oder so, das ist so 'n bisschen so als Add-on dann quasi noch gedacht wird, aber eigentlich ja auch wesentlicher Bestandteil ist von einem, weiß ich nicht, sagen wir mal, wir machen jetzt 'n Booklet oder irgendwie so,

01:01:16: Sprecher 2 Genau, dass da irgendwie auch anders oder ich kann mir vorstellen oder ich würde mir auch, glaube ich, wünschen, obwohl ich ja gar keine, also gar keine Person bin, die irgendwie illustriert, dass da ja 'ne größere oder 'ne andere Art von Wertschätzung irgendwie auch gegenüber der Illustration, ja einfach da sein kann beziehungsweise, dass es die braucht, weil eben die Visualisierung

01:01:44: Sprecher 2 so 'n wichtiger Bestandteil eigentlich ist und ich glaub, man merkt das dann vor allen Dingen, wenn sie dann eben nicht da ist oder wenn sie halt irgendwie nicht so zugänglich ist, dass man dann merkt, ah ja, warte mal, vielleicht hätten wir uns doch irgendwie noch mal näher damit auseinandersetzen sollen.

01:01:57: Sprecher 2 Mhm, genau und ja.

01:02:01: Sprecher 1 Also das wär auch meine Bitte, wenn ich das jetzt noch mal noch mal betonen darf, also Leute, die nicht vom Fach sind, also ne Wissenschaftlerinnen, die

01:02:11: Sprecher 1 keine Grafikerinnen sind, natürlich gleichzeitig, also diese zum Beispiel zum Einsatz von K.I., also nicht K.I. einfach vertrauen, ne, gesagt, ne, aber nicht dieses blinde Vertrauen in diese computergestützte Bildlandschaft, genau, und ja, irgendwie kam ich da jetzt noch mal drauf, das noch mal zu betonen, ich weiß auch nicht mehr genau warum, aber das ist, wenn man halt vom Fach ist, ach so, weil du meintest diese Wertschätzung, also diese Wertschätzung von menschlichem Fachwissen, die wird ja durch, die wird ja total durch KI, man denkt ja gar nicht, dieses menschliche Fachwissen ist gar nichts mehr wert oder so und das stimmt nicht, einfach das Menschsein, vielleicht die Bilder, das Menschsein, wirklich Menschsein, das ist total, also es ist ein richtig riesiger Mehrwert und den kann auch kein, also kann ja einfach keine Maschine ersetzen. Letztlich geht es ganz viel um Grundbedürfnisse des Menschen.

01:03:17: Sprecher 1 Die jeder hat, Hirnstamm, also unsere tierischen, animalischen Grundbedürfnisse, die müssen, also die haben auch ein ganz, spielen eine ganz große Rolle, weil so wie man Bilder wahrnimmt und so. Und das kann halt natürlich keine Maschine machen.

01:03:38: Sprecher 2 Ja, das passt auch ganz toll zu diesem Satz, den ich richtig schön finde, den ich auf deiner Website gefunden hab, wo du schreibst, Visualisierung ist für mich, also für dich in dem Fall, ein lebendiges Tool und das fand ich so 'ne schöne Beschreibung, die auch eben genau zu dem passt, was du gerade gesagt hast, eben dass es ja irgendwie jetzt, also klar, kann eine K.I. kein ein Algorithmus entsprechend irgendwie 'n Bild uns ausgeben, klar, aber dieses Lebendige daran, dieses Menschliche daran, kann natürlich 'n Algorithmus in der Form nicht abbilden und ja, ich find das einfach 'ne sehr treffende Bezeichnung und zeigt auch noch mal, wie wichtig es ist, dass eben Menschen ja in diesem Prozess dabei sind und dieses Handwerk auch irgendwie entsprechend wertgeschätzt wird.

01:04:29: Sprecher 2 Mhm, ja, ja, was würdest du vielleicht Menschen raten, die sich jetzt diese Podcastfolge angehört haben und vielleicht auch in das Feld der Visualisierung und auch explizit Leichte Bildersprache eintauchen wollen würden und sagen, ey, irgendwie ist es, ich bin vielleicht in dem Bereich Visualisierung auch unterwegs als Illustratorin, wie könnte man da noch mal ganz konkret so in leichte Bilder einsteigen beziehungsweise welchen Rat würdest du diesen Leuten vielleicht mit auf den Weg geben?

01:05:01: Sprecher 1 Also ich kann dir noch mal ein paar Links schicken am Anschluss von der Literatur, die es, die es so gibt. Also würde ich jetzt erst mal ein paar Bücher vorschlagen, aber auch natürlich Weiterbildungen, da muss ich aber wirklich, es gibt halt nur die, die ich selber anbiete, so viel.

01:05:19: Sprecher 2 Das ist ja perfekt.

01:05:26: Sprecher 1 Es ist halt einfach so, auf dem Markt, auf dem deutschen Markt gibt es einfach, also okay, nicht dass es Missverständnisse gibt, Weiterbildungen zum Thema Visualisierung allgemein gibt es viele.

01:05:37: Sprecher 1 Ja, ne, also Sketchnotes, Visualisierung, Graphic Recording, da kann man sich weiterbilden und da muss man das eingeben und da findet man die Weiterbildung richtig schnell.

01:05:48: Sprecher 1 So, wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat mit Sketchnotes oder Visualisierung, kann man damit auf jeden Fall gut anfangen, die diesen diesen nächsten Schritt zu machen, also diese Vereinfachung von den Visualisierungen sozusagen, das wäre halt eine Fortbildung, die ich mit anbiete und wo ich auch dran bin, das als offenen Kurs anzubieten.

01:06:14: Sprecher 1 Das kommt hoffentlich demnächst.

01:06:18: Sprecher 1 Ansonsten bin ich auch offen für individuelle Anfragen, also wenn jemand da inhouse irgendwas an veranstalten möchte oder so.

01:06:25: Sprecher 1 Genau, ja, ansonsten, wenn man jetzt ganz einfach ohne irgendwelche Literatur oder Fortbildung

01:06:36: Sprecher 1 starten möchte, kann man auch erst mal anfangen im eigenen Kontext zu visualisieren.

01:06:42: Sprecher 1 Also nichts verändern, so niedrigschwellig wie möglich, ne.

01:06:44: Sprecher 1 Also wenn du jetzt keine Ahnung, deinen Job bei deinem, bei deiner Jobsuche, da deine Bewerbung visualisieren oder irgendwelche Themen, die einen beschäftigen, ich zum Beispiel mache visuelles Tagebuch, also bei mir einfach so 'n so 'n ne, Tagebuch schreiben ist ja an sich auch total wertvoll und das dann mit Bildern bestimmt und da lernt man einfach total wertfrei und unperfektionistisch das zu machen ne und auch Bücher zu füllen und keine Blätter wegzuschmeißen und so also ich glaube dieses weil viele denken ja ich kann nicht zeichnen und es geht ja nicht darum geht nicht darum zu zeichnen sondern es geht darum seine persönliche Sprache zu finden und Zeichen zu finden und visuelle Anker zu finden das kann ein einfaches Buch, Buchsymbol sein für, ah, ich möchte gerne noch das Buch lesen oder so, keine Ahnung, ne.

01:07:41: Sprecher 1 Also ja, das damit kann man auch schon starten, also wirklich einfach das, was man eh schon hat, ein Stück weit bereichern mit Bildern als Übung.

01:07:59: Sprecher 2 O.K., das ist, ja, das klingt richtig toll, also tatsächlich so, ich bin auch, ich schreib gerne auch Tagebuch, manchmal mach ich dann auch so eine kleine Illustration dazu.

01:08:08: Sprecher 2 Aber ich bin natürlich sehr weit weg von deinem Skillset, wo es wirklich darum geht, dann wissenschaftliche Inhalte irgendwie zu übersetzen in leichte Bilder.

01:08:18: Sprecher 2 Genau, und ich bin super dankbar, dass wir heute über das Thema gesprochen haben, weil ich einfach wirklich denke, wie ich es auch eingangs schon gesagt habe, dass Illustrationen, leichte Bilder, 'n wesentlicher Bestandteil von Kommunikation sind.

01:08:31: Sprecher 2 Und ich find es super spannend, deine Arbeit da ja zu beobachten, sag ich mal als Außenstehende, und bin super dankbar, dass du eben in deiner Arbeit Barrierefreiheit, barrierearme Formate und Teilhabe mit berücksichtigst und da irgendwie ja aus meiner Perspektive, ich kenn die Bubble natürlich jetzt nicht, aber irgendwie auch so mit so Pionierarbeit machst, weil du eben selber so mit Forschungsgruppe und so weiter unterwegs bist und da wesentliche ja Beiträge eben auch in dem Bereich leistest.

01:09:05: Sprecher 2 Genau und bevor also meine letzte Frage ist immer, noch so 'ne andere Frage, die dann 'n bisschen off-topic ist und vielleicht hast du auch Lust, die zu beantworten und zwar heißt der Podcast ja Potluck der Perspektiven und Potluck ist ja quasi so ein Zusammenkommen, wo Menschen gern, ja wenn sie können, wenn sie möchten, gerne 'n Snack mitbringen oder so und stellen wir uns einfach mal vor, wir machen jetzt ein Potluck mit, ja ich sag mal, der größeren WissKomm Community, wo natürlich auch Illustratorinnen dann mit auf der Picknickdecke oder am Tisch sitzen.

01:09:39: Sprecher 2 Und da frage ich mich, welche welchen Snack würdest du zum Potluck mitbringen? Hast du da einen Signature Snack oder ein bestimmtes Gericht, was quasi ja die Simone mitbringen würde?

01:09:55: Sprecher 1 Uh, ein Snack, ah, ein Snack, mhm, ich glaube Smiley Snacks, also, ja, Smiley-Kekse oder Smiley-Snacks, also ja.

01:10:21: Sprecher 2 Du meinst in Form eines Smileys?

01:10:23: Sprecher 1 Ja, genau, glaube ich. Also, weil ich find, das ist bei mir auf meiner Internetseite, steht unter der Rubrik 'Leichte Bilder ist auch ein Smiley'. Ja, genau, weil für mich steht das Smiley für dieses Menschliche, für dieses Grundbedürfnis, glücklich zu sein und Grundbedürfnis und Grundrecht, ohne Recht, Menschenrecht, glücklich zu sein.

01:10:58: Sprecher 1 Und deswegen, es kam ja jetzt auch raus, es hat ja ganz viel mit Menschenrechten, Grundrechten, Demokratie, Gerechtigkeit und so zu tun, die das ganze Feld, leichte Bilder, leichte Sprache, leichte Kommunikation, Barrierefreiheit und diese Leichtigkeit auch, Smileys auch was Leichtes, kleine Kekse, also ganz normale Kekse, jetzt nicht irgendwelchen Stoff drin oder so, sondern wirklich einfach, einfach Kekse, die die einfach

01:11:35: Sprecher 1 O.K., die wo vielleicht auch was, die leicht sind und die aber auch kein Extra sind, also die auch irgendwie wo auch was ganz Wichtiges drin ist, was der Körper so braucht.

01:11:46: Sprecher 1 Ja, ja genau, also keine keine reine Zuckerkekse, sondern auch notwendige, lebensnotwendige Nährstoffe, die man vielleicht vergisst, wie keine Ahnung, Eisen oder das können mir dann ja dann die Wissenschaftler dann sagen, was ich da noch reintun kann, aber genau.

01:12:10: Sprecher 2 Ja, cool, ja, das find ich 'ne richtig tolle Idee und fasst irgendwie ganz gut zusammen, worüber wir heute gesprochen haben.

01:12:19: Sprecher 2 Liebe Simone, ich danke dir, dass wir heute über das Thema leichte Bilder gesprochen haben. In den Shownotes finden dann die Zuhörenden auch noch deine Kontaktdaten, wenn sie zum Beispiel bei dir 'n Workshop machen wollen oder mit dir in den Aufträgen ja zusammen gestalten wollen und ihre Inhalte kommunizieren wollen.

01:12:38: Sprecher 2 Ich finde ja, unser Gespräch hat heute noch mal gezeigt, wie wichtig das Thema Barrierefreiheit ist und aber eben auch in Form von Illustrationen.

01:12:47: Sprecher 2 Und genau, danke, dass du heute da warst und deine Perspektiven hier mit mir und den Zuhörern geteilt hast.

01:12:55: Sprecher 1 Ja, ich danke dir für die Einladung, für das sehr angenehme Gespräch, für deiner Perspektive, die du mir auch noch mal verdeutlicht hast und ich freu mich richtig, dass ja, dass du Interesse hattest und dass die Branche, die du vertrittst, hoffentlich auch mehr Interesse haben wird, das Thema.

01:13:16: Sprecher 2 Ja, danke dir und ich freu mich dann auf die Smiley-Kekse.

01:13:21: Sprecher 1 Klar.

01:13:27: Sprecher 2 Das war 'Potluck der Perspektiven' mit Simone Fass.

01:13:32: Sprecher 2 Wir haben heute über leichte Bildersprache gesprochen und wie sie den Zugang zu Informationen ermöglicht. Es wurde deutlich, wie wichtig barrierearme Illustrationen für eine gelungene Kommunikation sind und was das mit Gerechtigkeit zu tun hat.

01:13:46: Sprecher 2 Leichte Bilder und barrierearme beziehungsweise barrierefreie Sprache ermöglicht Menschen, autonom Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen und entsprechend auch Teilhabe zu schaffen.

01:13:57: Sprecher 2 Das betrifft Bereiche wie die Medizin, den Kulturbetrieb und am Ende eigentlich alle Lebensbereiche. Was ich an Simones Arbeit auch sehr schätze, ist der Ansatz der Co-Kreation, der die Zielgruppen direkt mit einbezieht.

01:14:12: Sprecher 2 Kurz angeschnitten liegt der Ursprung von Leichter Sprache und Leichter Bildersprache in der Behindertenbewegung.

01:14:18: Sprecher 2 Wir können daran sehr gut sehen, wie wichtig politische Kämpfe für Gerechtigkeit, Zugänge und Teilhabe sind. Und deswegen auch in der Gestaltung von Wissenschaftskommunikation eine zentrale Rolle spielen sollten.

01:14:30: Sprecher 2 Alle Links sowie den Kontakt zu Simone findet ihr in den Shownotes.

01:14:34: Sprecher 2 Falls ihr auch in der Wissenschaftskommunikation tätig seid und dabei Inklusion und Gerechtigkeit wichtige Säulen bei der Ausgestaltung sind oder ihr aus einer machtkritischen Perspektive auf Wissenschaftskommunikation blickt und eure Perspektive teilen wollt, freue ich mich sehr, wenn ihr euch per Mail an potluckderperspektiven@posteo.de. meldet und wir ins Gespräch kommen.

01:14:56: Sprecher 2 Damit ihr keine neue Folge verpasst, abonniert diesen Podcast gern auf der Plattform eurer Wahl. Ihr findet ihn auch bei Instagram unter Potluck der Perspektiven Podcast oder bei LinkedIn.

01:15:08: Sprecher 2 Die Transformation hin zu Realitäten, die inklusiv und gerecht sind, braucht uns alle und deswegen freue ich mich sehr über Feedback, Fragen und Anregungen und eure Impulse.

01:15:19: Sprecher 2 Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Potluck der Perspektiven.

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